Praxisraumgestaltung für Diabetes-Patienten: Tipps von Podologin Stefanie Brauer

Praxisraumgestaltung für Diabetes-Patienten: Tipps von Podologin Stefanie Brauer

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Neben den Anforderungen der Krankenkassen an die Räumlichkeiten kassenzugelassener Podologiepraxen, wie Höhe, Größe, Wandfarbe etc. ist die Gestaltung des Behandlungsraums in der modernen medizinischen Fußpflege mehr als nur eine Frage der Hygiene.  

Besonders bei der Behandlung von Diabetiker:innen spielen Vertrauen, Sicherheit und gezielte Beratung eine zentrale Rolle. Dieser Artikel soll zeigen, wie Sie durch gezielte Raumgestaltung den Verkauf gesundheitsfördernder Artikel ankurbeln, ohne aufdringlich zu wirken.


Unsere Expertin, Podologin Stefanie Brauer, empfiehlt: 


1. Raumaufteilung – funktionale Zonen schaffen: 

  • Behandlungsbereich: Hygienisch, steril und professionell gestaltet. Diabetiker:innen benötigen eine besonders sichere und keimfreie Umgebung. 
  • Beratungs- und Verkaufszone: Eine kleine, harmonisch integrierte Ecke im Raum oder im Vorraum mit diskret platzierten Produkten. 
  • Infobereich: Ein kleines Regal mit Broschüren, Flyern und Postern rund um Fußpflege bei Diabetes, ergänzt durch passende Produkte (z. B. diabetikergerechte Cremes, Socken, Einlegesohlen), Bildschirm oder Tablet aufhängen.

Tipp: 

Platzieren Sie den Verkaufsbereich in Blickrichtung des Behandlungsstuhls – Patient:innen nehmen die Produkte während der Behandlung wahr.

2. Produktauswahl auf die Zielgruppe abstimmen 

Diabetiker:innen haben besondere Anforderungen. Bieten Sie gezielt Produkte an, die auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sind, wie zum Beispiel Fußpflegecremes oder Schäume ohne Alkohol oder Duftstoffe, Antibakterielle Fußsprays, Diabetikersocken (nahtlos, druckfrei, nicht einschneidend/einengend), spezielle Nagelscheren oder Pflege-Sets für eingeschränkte Beweglichkeit, Einlegesohlen zur Druckentlastung, Bücher oder Ratgeber zur Fußpflege bei Diabetes. 

3. Visuelles Merchandising

Präsentieren Sie Ihre Produkte dezent und einladend. Nutzen Sie dafür hochwertige, hygienisch abwischbare Regale oder Glasvitrinen sowie klare, gut lesbare Infos zu jedem Produkt mit Kurzbeschreibungen wie „Ideal für Diabetikerfüße“ oder „Medizinisch getestet“. Leuchten Sie außerdem die Produkte gezielt aus – am besten mit warmem LED-Licht für eine beruhigende Atmosphäre. Hier darf je ein Produkt geöffnet und getestet werden.

4. Beratung als Verkaufsstrategie 

Gerade Diabetiker:innen sind dankbar für fundierte Empfehlungen. Nutzen Sie die Behandlungsgespräche, um gezielt auf Produkte hinzuweisen und passende Produkte direkt in der Behandlung zu verwenden – unbedingt ohne Druck.

Tipp: 

Schulen Sie das Team regelmäßig im Bereich der Diabetikerfuß-Beratung und deren Pflege. 

5. Vertrauen durch Professionalität und Hygiene 

Verkauf funktioniert bei medizinischen Behandlungen nur, wenn die Grundstimmung stimmt. Das bedeutet: Produkte müssen hygienisch und übersichtlich präsentiert sein, zeigen Sie Fortbildungen oder Qualifikationen zur diabetischen Fußpflege und vermeiden Sie bunte Werbeplakate – lieber dezente, medizinisch anmutende Gestaltung. 

Medizinische Fußpflege für Diabetes-Patient:innen – das Fazit


Ein podologischer Behandlungsraum für Diabetiker:innen kann durch geschickte Raumgestaltung, gezielte Produktplatzierung und empathische Beratung nicht nur therapeutisch überzeugen, sondern auch verkaufsfördernd wirken. Entscheidend ist dabei stets der patientenorientierte Ansatz: Der Verkauf erfolgt nicht aus Profitinteresse, sondern als Ergänzung zur optimalen Versorgung – und das merken Ihre Patient:innen.

Autorin: Stefanie Brauer, Podologin

Über unsere Autorin

Stefanie Brauer betreibt seit dem 1. April 2024 ihre Podologische Praxis  Hanke in Inning am Ammersee. Sie ist Heilpraktikerin der Podologie, Podologin DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V.), Wundexpertin ICW (Initiative Chronische Wunden e.V.) und Wundassistentin DDG. Mit ihrem Team sorgt sie für eine podologische Komplexbehandlung, podologische Teilbehandlung, die Behandlung eingewachsener Nägel, Nagelpilzbehandlung und Nagelprothetik. 



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